Kaktusgrün- das ist die Farbe meines neuen Balkontisches. Der Balkon, mein Zimmer mit Aussicht.
In diesem Frühjahr war es so weit, der alte Tisch musste raus. Der wanderte nun in den Keller und erwartet seinen letzten Gang zum Wertstoffhof. Er hat uns gute Dienste erwiesen. Viele Sommer und Winter hat der Tisch erlebt. Das Holz hat gearbeitet, bis die Oberfläche so wellig war, dass kein Glas mehr sicher stehen konnte. Guten Gewissens kann er nun gehen.
Kaktusgrün…das hatte ich so eigentlich nicht im Sinn. Vielmehr Türkis oder Azurblau. Aber das gab es nicht auf Lager, erklärte mir der freundliche Verkäufer im Geschäft meiner Wahl. Ein winziger Laden in der Münchner Innenstadt. Auf Lager, und das Lager sei groß. Unvermutet bei einem solch winzigen Laden, es klang vielversprechend. Und ich brauchte den Tisch jetzt sofort! „Ich schaue, was ich da habe“, verkündete er und machte sich auf den Weg. Und siehe da, Kaktusgrün war genau die richtige Farbe. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ohne Tisch wollte ich nicht nach Hause gehen. Auch der Verkäufer hat sich gefreut, meine ich. Nicht lange gezögert, Portemonnaie gezückt, den Tisch so gut es ging unter den Arm geklemmt.
Ziemlich unhandlich, das Ding. Und es war ein heißer Tag. Aber ich habe noch nicht einmal irgendeine Logistik bemüht. Schwitzend, aber mit eisernem Willen schleifte ich den sperrigen Tisch zur U-Bahn. 2 Stationen, jetzt nur noch der Weg nach Hause. Krampf im Arm.

Der Balkon, mein Zimmer mit Aussicht, mein Refugium, mein Zimmer
Der Tisch musste sofort aufgebaut werden. Mit schmerzendem Rücken und langen Armen stand ich auf dem Balkon und war sehr zufrieden. Es ist nämlich so: die Kinder haben ihr Zimmer, aber der Balkon ist meins. Luxuriöse 3 Quadratmeter mit Blumen. Und eben einem Tisch in Kaktusgrün, ganz neu. Denn Kaktusgrün steht für die Hoffnung – auf Ruhe, Himmel gucken und Sterne auch, Gedanken abkühlen. Auch mal mit den Nachbarn plaudern. Der Balkon ist mein ganz persönliches Refugium. In der Großstadt weiß ich ihn sehr zu schätzen, wenn ich schon keinen Garten habe. Und jedes Jahr warte ich fieberhaft die Eisheiligen ab, damit ich ihn schön bepflanzen kann.
Der perfekte Workflow in kaktusgrün
Noch dazu dient er mir als Kulisse für meine Fotos. Nach vielen Experimenten mit verpulvertem Mehl, drapierten Löffeln und sonstiger Deko habe ich meine Teller dann einfach auf den Tisch gestellt. Ich koche ja nicht einfach nur zum Angucken. Das Fotografieren muss relativ schnell gehen, während meine hungrigen Kinder voller Ungeduld mit dem Besteck auf den Tisch trommeln. Reflektor aufgestellt gegen die Schatten, aber Tageslicht ist unschlagbar. So hatte ich meinen Arbeitsrhythmus gefunden, der alles integrierte. Im Winter geht das natürlich nicht, da habe ich Alternativen geschaffen.
Mein Chamäleontisch und ich
Das schlichte Konzept ist einfach mein Ding. Je nach Tageszeit changieren die Farben meines Tisches. Wie ein Chamäleon. Morgens eher blau und gleißend, am Nachmittag neutral und am Abend richtig schön grün. Und das nachdem ich fast vor Ehrfurcht erstarrt war nach der Sichtung diverser foodblogs mit unsagbar schöner Bildsprache. Herz in Hose. Aber ich habe ja meinen Chamäleontisch in Kaktusgrün. Wir haben uns also gefunden.
Musik zum Rezept
Frieden und Freude auf dem Balkon mit Chilly Gonzales.





