Der Herbst ist da. In unserer nördlichen Hemisphäre umfasst der Herbst die Monate September, Oktober und November. Immer wenn es Herbst wird, bin ich trotzig gestimmt. Es ist nicht so, dass ich den Herbst nicht mag. Ganz im Gegenteil, der Herbst riecht gut und hat schöne Farben. Das Licht ist sanft, steht tief und taucht alles in eine besondere Stimmung. Dennoch habe ich große Schwierigkeiten, den Sommer gehen zu sehen und zu lassen. Es ist also weniger Trotz als Melancholie. Aber alles kommt und alles geht. Alles grünt und alles welkt. So ist es eben.
Aber es gibt ja Mittel gegen Wehmut. Dicke Socken, Tee, Äpfel und wohlige Herbstgerichte zum Beispiel. Kürbis-Karotten-Suppe mit Ingwer wirkt sehr gut gegen Trübsinn. Eine Lauchquiche mit frischen Feigen durchaus auch. Oder Zimt-Zwetschgen-mit-Vanilleeis, wenn es etwas Süßes sein soll. Denn der Herbst ist da und wir machen es uns gemütlich und warm.
Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926

Musik zum Rezept
Ein trotziges Lied von Ann Peebles…”I can‘t stand the rain”
…und ein melancholisches von Nat King Cole…





