Pfifferling, Reherl, Eierschwamm oder italienisch Finferli – der goldgelbe Waldpilz hat viele Namen. Und immer klingen sie lieb und zärtlich. Und wenn ein solch zartes Gewächs zu solch vielseitiger Namenschöpfung inspiriert, muss ja was dahinterstecken. Ich gebe zu, bislang habe ich Pfifferlinge nur aus der Ferne bewundert. Aus reiner Bequemlichkeit, denn Pfifferlinge müssen ja geputzt werden. Zu aufwendig, mit so einem Bürstchen und so. Dachte ich zumindest…
Pfifferlinge gibt es nur im Spätsommer und Herbst
Bei meinem letzten Marktbesuch wollte ich mich schon wieder drücken. Wäre da nicht der ältere Herr vor mir in der Schlange gewesen. Wir kamen ins Plaudern und er ließ mich an seiner “Pfifferlings-Erfahrung” teilhaben. Vom pfeffrigen Aroma der Pilze erzählte er mir. Und dass die kleinen Pfifferlinge am besten sind. Und dass ich mir das nicht entgehen lassen solle, denn schließlich gibt es Pfifferlinge nur im Spätsommer und Herbst. Kein gezüchteter Pilz, sondern ein Wildpilz. Mit dem “Mehltrick” überzeugte er mich dann voll und ganz. Noch dazu empfahl er mir gleich ein sehr einfaches und köstliches Rezept für wunderbare Pappardelle mit Pfifferlingen und Salbei. Das habe ich gleich ausprobiert und all meine Ressentiments über Bord geschmissen.
Denn Pfifferlinge sind wirklich lieb: einfach zu putzen, einfach zu kochen, einfach lecker. Welcher Name ist nun am schönsten? Na gut, einigen wir uns auf Pfifferling und eine pfiffige Pasta – vom Markt überliefert.

Der “Mehltrick”:
Pfifferlinge in einen Gefrierbeutel geben. Etwas Mehl hinzufügen und vorsichtig schütteln. Das Mehl bindet Sand und Schmutz. Dann die Pilze kurz unter dem Wasserhahn abspülen. Aber nur kurz, sonst leidet das Aroma und die Pilze ziehen Wasser. Trockene und fleckige Stellen vorsichtig abschneiden. Größere Pilze halbieren oder kleiner schneiden.
Zutaten Pappardelle mit Pfifferlingen und Salbei 4 Personen:
- 500 g Pappardelle
- 1 rote Zwiebel
- 3 EL Olivenöl
- 1 EL Butter
- 1/2 Zehe Knoblauch
- kleiner Bund frischer Salbei
- Salz und Pfeffer
- 50 ml Weißwein
- 30 g Butter
- fein geriebener Parmesan
Zubereitung:
- Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Salbei leicht andünsten. So gibt dieser sein Aroma an das Öl ab und wird knusprig. Die Salbeiblätter aus der Pfanne nehmen und auf Küchenpapier legen.
- Das Nudelwasser aufsetzen, so dass die Pappardelle parallel zur Sauce fertig sind.
- Die Zwiebel in Streifen schneiden und Knoblauch in Scheiben schneiden. Zuerst die Zwiebel andünsten, dann den Knoblauch.
- Jetzt die Pilze mit 4 bis 5 gehackten Salbeiblättern in die Pfanne geben und ungefähr 4-5 Minuten anbraten.
- Mit Salz und Pfeffer würzen, mit Weißwein ablöschen und für weitere 2 Minuten garen. Etwas vom Nudelkochwasser dazugeben. So dickt die Sauce leicht an.
- Ganz zum Schluss die Butter dazu und abschmecken. Statt Butter geht auch Sahne zum Verfeinern.
- Die Pappardelle zur Sauce in die Pfanne geben und vorsichtig vermischen.
Fertig ist die Pasta! Auf den Tellern anrichten, Parmesan darüber, die knusprigen Salbeiblätter nicht vergessen und dann à la minute genießen! Am besten mit einem Glas eiskaltem Weißwein.
Musik zum Rezept
Und hier kommt die Musik: eine Kostprobe aus dem Album “The ArchAndroid” der quirligen Janelle Monae. Insgesamt ein sehr cooles Album. Was von ihr kommt, ist so eigen und virtuos und klingt dennoch leicht und locker.





